Tag 5: ...von weicher Wolle und Mate de Coca

Joris von SOLID Peru besuchte mit uns gemeinsam die Alpaka Farm „Santa Fe“. Dort lebt und arbeitet der Alpacafarmer Marcelo Gandiotti, dessen Frau Nancy bei „MANTA“ im 100 km südwestlichen Ayacucho als Strickerin arbeitet. Da sie ihren Mann nur alle 14 Tage sehen kann, nutzte sie diese Gelegenheit und begleitete uns auf unsere Reise.

Bereits am Weg dorthin war ich begeistert von der abwechslungsreichen Landschaft der peruanischen Anden. Nach ca. 2 Stunden Fahrzeit auf Asphalt und ruppigen Schotterstraßen erreichen wir schließlich Santa Fe.

Dieses kleine Dorf liegt einsam, ca. eine halbe Stunde Fahrzeit von der nächsten Siedlung entfernt auf 4.300 m Höhe. Die Hütten sind aus Lehm und Stein gebaut, ohne fließendes Wasser und ohne Möglichkeit der Kommunikation zu anderen Dörfern leben die Leute hier sehr bescheiden in dieser schroffen und kargen Landschaft.

Wir werden von dem freundlichen Marcelo begrüßt. Er ist wahrscheinlich ein Peruaner so wie man ihn sich vorstellen würde: Poncho, traditioneller Hut, seine Hände zeugen von harter Arbeit und sein sonnengebräuntes Gesicht ist von einem sympathischen Lächeln stets begleitet.

Endlich durfte ich die Alpacas aus nächster Nähe bewundern. Jetzt kann ich es bestätigen: Baby Alpacas sind wahrscheinlich die süßesten Wesen des Universums (Lefti ist da nicht ganz meiner Meinung, eines hat ihm auch gleich mal auf seine Jacke und die neue Kamera gespuckt) :)

Jetzt woll(t) ihr wahrscheinlich wissen, warum 6 kg Alpakawolle bei mir im Hotelzimmer liegen... Ich durfte nicht nur die knuddeligen Tierchen streicheln, sondern auch zusehen, wie diese hochwertige, flauschige Wolle geschoren wird. Was für ein Erlebnis!

Nach dieser beeindruckenden Erfahrung fuhren wir mit Joris zum nahegelegenen Pass Abra Ritibrata auf 4900m Seehöhe. Auf dem Weg dorthin wurde der sonst eigentlich sehr gesprächige Lefti verdächtig still. Oben angekommen, genießen fast alle die einzigartige Aussicht und das grandiose Bergpanorama. Lefti schoss großartige Bilder, verschwand aber darauf hin schnell wieder im Auto. Auf der Fahrt zurück bemerkte ich erst, wie schlecht es meinem eigentlich sehr sportlichen Reisebegleiter geht. Zurück im Hotel bestellten wir uns – aus rein medizinischen Gründen – Mate de Coca, der glücklicherweise Leftis Gesundheitszustand schnell wieder verbesserte.

Jetzt sitzen wir auf dem gemütlichen Balkon im ViaVia Café und wir enießen das Nationalgetränk Perus, Pisco Sour. Morgen erwartet uns ein weiterer Tag bei den Strickerinnen von MANTA und ich freue mich schon auf die ersten Stücke meiner neuen Winterkollektion! *yay*


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